Patronat: der schwangeren Frauen
besonders verehrt in Münster und Paderborn
Ida, um 775 geboren, war eine fränkische Grafentochter und Verwandte Kaiser Karls des Großen (König ab 768, Kaiser 800–14; Heiliger). Sie pflegte aufopfernd den schwerkranken Sachsenherzog Ekbert (Egbert), der auf der Durchreise in ihrem Elternhaus Obhut gefunden hatte. Bald hielt er um ihre Hand an, und sie reiste mit ihrem Gemahl in dessen Heimat nach Westfalen. Bei einer Rast am rechten Flussufer der Lippe soll ihr nachts im Traum ein Engel erschienen sein, der sie beauftragte, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten, in der Ekbert und sie einst ruhen sollten. Beide folgten dem himmlischen Befehl. Die Legende besagt, dass ihr ein scheuer Hirsch beim Bau der Kirche behilflich war, indem er Steine auf Geweih und Rücken über den Fluss trug. Er soll auch der Namenspatron von Hirschfeld (Herzfeld) gewesen sein, der Stadt, die rings um die Kirche entstand.
Ekbert wurde nach seinem Tod im Jahre 811 in der Kirche beigesetzt. Über seinem Grab ließ Ida eine Bethalle errichten, in der sie fortan ein zurückgezogenes, den Armen gewidmetes Leben führte. Ihr lange vor ihrem Tod aus Marmor gefertigter Sarg diente ihr als Truhe für die Gaben, die sie zweimal täglich an Bedürftige spendete. Von diesen erhielt sie den Beinamen »Mutter der Armen« und wurde schon zu Lebzeiten als Heilige verehrt.
Nach ihrem Tod am4. September 825 (genannt wird auch 813) entwickelte sich ihr Grab in der Bethalle bald zur bedeutenden Pilgerstätte. Am 26. November 980 erhob Bischof Dodo von Münster ihre Gebeine, die noch heute in der Grabkrypta der Anfang des 20. Jahrhunderts (über den Fundamentresten der um 800 fertig gestellten ersten Kirche und des Nachfolgebaus aus dem 13. Jahrhundert) neu erbauten Pfarrund Wallfahrtskirche St. Ida ruhen.
1805 gewährte Papst Pius VII. einen für alle Zeiten geltenden vollkommenen Ablass für die Gläubigen, die am 4. September oder am 26. November die Heilige Ida in ihrer Kirche verehren.Auch heute noch ist die Wallfahrt zur Heiligen Ida sehr lebendig. In der jährlich stattfindenen »St.-Ida-Woche« wird der Reliquienschrein der Heiligen feierlich von der Krypta in die Oberkirche überführt und später bei einer großen Prozession (»Identracht«) zusammen mit dem vergoldeten Kopfreliquiar durch Herzfeld getragen.
Darstellung: als Matrone
Attribute: Kirchenmodell, Hirsch

Quelle: Herder-Verlag
