Theodelinde (Dietlinde)

Namenstage: Theodelinde, Dietlinde

Funktion: Selige, Königin der Langobarden

Gedenktag: 22. Januar

Theodelinde (auch als Theidlindis, Theudelinde, Theolinde und Dietlind(is) bekannt) wurde um 570 als Tochter des Bayernfürsten Garibald und seiner Frau Walderada geboren. 589 ehelichte sie den Langobardenkönig Authari, welcher der Legende zufolge inkognito um ihre Hand angehalten hatte. Nach seinem frühen Tod im Jahr 590 vermählte sich Theodelinde in zweiter Ehe mit Herzog Agilulf von Turin, der durch diese Eheschließung zum König der Langobarden aufstieg.
Selbst hing Agilulf zwar dem Arianismus an (vom Christentum als Ketzerlehre angesehen, da die Wesensgleichheit von Gott Vater und Gott Sohn geleugnet wurde), doch die Fürsprache seiner katholischen Frau bewirkte schließlich eine Annäherung an die katholische Kirche. Theodelinde erreichte bei ihrem Mann die Rückgabe von beschlagnahmten Kirchengütern und die Rückkehr von katholischen Bischöfen. 599 vermittelte sie den Friedensschluss zwischen den arianischen Langobarden und der römisch-katholischen Kirche unter Papst Gregor I. dem Großen (590–604; Heiliger), der ihr hohe Wertschätzung entgegenbrachte.
603 ließ sie den gemeinsamen Sohn Adaloald katholisch taufen, der somit der erste katholische Langobardenkönig wurde. Da Adaloald beim Tod seines Vaters im Jahre 616 noch unmündig war, übernahm Theodelinde die Regierungsgeschäfte, griff jedoch auch nach seiner Volljährigkeit immer wieder in die Politik ein.
Dem irischen Glaubensboten Kolumban (Heiliger; um 542–615) schenkte sie um 612 ein Stück Land, wo dieser die Abtei Bobbio (bei Piacenza in der Lombardei) errichtete.
Theodelinde starb vermutlich am 22. Januar 627. Ihre sterblichen Überreste ruhen im Dom von Monza, dessen Vorgängerbau (eine St.-Johannes-Basilika) sie bereits 590 errichten ließ.

Darstellung: in königlichem Gewand

Attribut: eiserne Krone (die langobardische Königskrone)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

  
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